Liberias Finanz- und Entwicklungsplanungsminister Augustine Kpehe Ngafuan hat ein ambitioniertes Ziel zur Stärkung der finanziellen Eigenständigkeit des Landes verkündet: Bis Dezember 2026 soll die inländische Steuereinnahme eine Marke von 1,3 Milliarden US-Dollar erreichen. Dieses Ziel ist Teil einer umfassenden Strategie, die auf eine effizientere Steuerverwaltung, eine breitere Compliance und den verstärkten Einsatz digitaler Technologien setzt.
Ngafuan betonte, dass die Mobilisierung domestischer Ressourcen entscheidend sei, um die wirtschaftliche Resilienz Liberias zu stärken und die Abhängigkeit von externer Hilfe langfristig zu reduzieren. Derzeit ist das westafrikanische Land stark auf internationale Geber angewiesen, was seine fiskalische Handlungsspielraum begrenzt. Mit dem neuen Ziel soll ein Paradigmenwechsel eingeleitet werden – weg von der Spendenabhängigkeit, hin zu nachhaltiger Eigenfinanzierung.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Modernisierung der Steuerbehörde, die Einführung digitaler Zahlungssysteme sowie die Ausweitung der Steuerbasis auf informelle Sektoren und kleinere Unternehmen. Internationale Partner unterstützen diese Reformen mit technischer Hilfe und Kapazitätsaufbau. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Governance und wirtschaftlichen Stabilität – warnen aber vor Herausforderungen wie Korruption, mangelnder Infrastruktur und geringem Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen.
Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Business