Sanierung des Helmertturms nahezu abgeschlossen: Alte Ruine wird hochmoderne Lasermessstation

Der Helmertturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam steht kurz vor der Wiederinbetriebnahme als wissenschaftliche Einrichtung. Nach jahrelangem Dornröschenschlaf und umfassenden Sanierungsarbeiten im Wert von 1,9 Millionen Euro wird die historische Ruine ab Frühjahr 2027 hochpräzise Daten über Satellitenbewegungen an das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) liefern. Der Turm war seit den 1990er Jahren nicht mehr genutzt worden und hatte sich zunehmend verfallen.

Die Wiederbelebung des Bauwerks ist Teil eines bundesweiten Netzes geodätischer Beobachtungsstationen. Ausgestattet mit modernster Lasertechnik wird der Turm künftig zur präzisen Vermessung von Erdrotation, Plattentektonik und Klimawandel beitragen. „Es ist ein Symbol für Wiedergutmachung wissenschaftlicher Kontinuität“, sagte ein GFZ-Sprecher. Der Turm war ursprünglich nach dem Geodäten Friedrich Robert Helmert benannt, dessen Arbeit bis heute grundlegend für die Erdvermessung ist.

Die Sanierung wurde gemeinsam vom Land Brandenburg und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Mit der Fertigstellung gewinnt Potsdam erneut an Bedeutung als Zentrum der Geowissenschaften. Die Stadt betont, dass historische Bausubstanz durch technologische Modernisierung neuen Sinn erhalten könne – ein Beispiel zukunftsorientierter Denkmalpflege.

Quellen: Der Tagesspiegel