Potsdams Wohnraumagentur: Neue Maßnahmen sollen ohne Neubau mehr Wohnraum schaffen

Potsdam will den Druck auf den Wohnungsmarkt entlasten, ohne auf Flächenverbrauch durch Neubauten setzen zu müssen. Wie der Wohnwendeökonom Daniel Fuhrhop bekanntgab, plant die Stadt die Einrichtung einer Wohnraumagentur, die bis 2030 jährlich rund 200 Personen dabei unterstützen soll, Wohnraum effizienter zu nutzen. Die Maßnahmen basieren auf erprobten Modellen aus anderen deutschen Kommunen und zielen auf Leerstandsaktivierung, Umnutzung von Gewerbeflächen und Anreize für Mehrgenerationenhaushalte ab.

Zu den konkreten Angeboten gehören Beratungen zur Wohnraumzusammenlegung, Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Partnern für Wohngemeinschaften sowie Förderprogramme für temporäre Zwischennutzungen leerstehender Immobilien. Besonders im Stadtzentrum und in den älteren Wohngebieten gebe es erhebliches Potenzial, so Fuhrhop. „Wir haben oft zwei kleine Haushalte nebeneinander, wo einer mittleren Größe Platz hätte.“

Die Agentur soll auch Mieter*innen helfen, die aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen eine andere Wohnform benötigen. Durch administrative Entlastung und finanzielle Anreize soll die Mobilität im Bestand erhöht werden. Das Konzept sieht keine Zwangsmaßnahmen vor, sondern fördert freiwillige Lösungen. Die Stadt hofft, so bis 2030 tausende Quadratmeter Wohnraum ohne zusätzliche Baugenehmigungen zu erschließen.

Quellen: Der Tagesspiegel