Ein geschockendes Verfahren läuft aktuell vor dem Landgericht Hannover: Ein 48-jähriger Mann muss sich wegen schwerer sexueller Übergriffe an seiner Ehefrau verantworten. Laut Anklage hat er die Frau zwischen 2019 und 2024 insgesamt 103 Mal mit Betäubungsmitteln außer Gefecht gesetzt, missbraucht und die Taten gefilmt. Die Aufnahmen sollen später im Darknet verbreitet worden sein.
Die Ermittlungen kamen durch internationale Fahndungsmaßnahmen nach dem Skandal um Gisèle Pélicot in Frankreich ins Rollen. Bei einer digitalen Streife stießen französische Ermittler auf Videos, die auch Opfer aus Deutschland zeigen – darunter die hannoversche Frau. Nach monatelangen Recherchen konnten die deutschen Behörden den mutmaßlichen Täter identifizieren und verhaften.
Im Prozess zeigte das Gericht Ausschnitte der Videos, die das regungslose Opfer zeigen. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem besonders schweren Fall sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung einer schutzausliefernden Lage. Der Angeklagte bestreitet die Tatvorwürfe bisher nicht vollständig, räumt aber zumindest Teile der Handlungen ein. Das Urteil wird für Ende des Monats erwartet.
Quellen: ntv – Nachrichten, FAZ Online