Drei Tage vor der entscheidenden Oberbürgermeisterwahl in Hannover stehen die Ermittlungen gegen CDU-Spitzenkandidat Peter Karst im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Am Mittwoch durchsuchten Beamte der Staatsanwaltschaft Hannover die Räume der Handwerkskammer Niedersachsen Ost, deren Hauptgeschäftsführer Karst seit Jahren ist. Auch private Wohnräume des Politikers wurden durchleuchtet.
Karst gab die Ermittlungen noch am selben Tag selbst bekannt und betonte seine Unschuld. Er sei „überrascht und entsetzt“ über die Durchsuchungen, wolle sich aber kooperativ zeigen. Konkrete Vorwürfe wurden bisher nicht öffentlich gemacht, jedoch deuten Quellen darauf hin, dass es um mögliche Verstöße im Zusammenhang mit Vergabeverfahren oder dienstlichen Reisen gehen könnte.
Der Zeitpunkt der Aktion sorgt für politisches Aufsehen: Die Kommunalwahl findet am kommenden Sonntag statt, und Karst gilt als einer der Favoriten. Seine Konkurrenten von SPD, Grünen und Linken fordern nun Transparenz. Die CDU hingegen unterstützt ihren Kandidaten weiterhin und nennt die Ermittlungen „rein verfahrensrechtlich“.
Unabhängig vom Wahlausgang könnte der Fall rechtliche und parteiinterne Konsequenzen haben. Die Staatsanwaltschaft hat bislang keine Stellungnahme abgegeben.
Quellen: ntv – Nachrichten, Der Tagesspiegel