UN-Bericht: Menschliche Kosten der Gewalt im Südsudan steigen weiter

Die menschlichen Kosten der anhaltenden Gewalt im Südsudan nehmen laut einem aktuellen Bericht unabhängiger UN-Menschenrechtsexperten weiter zu. Nach ihrer 14. Untersuchungsmission innerhalb eines Jahrzehnts äußerten die Ermittler am Donnerstag tiefe Besorgnis über die sich verschlechternde Sicherheitslage für Zivilisten sowie über ernste Bedrohungen für den zerbrechlichen politischen Transformationsprozess des jüngsten Staates der Welt.

Während ihres jüngsten Aufenthalts dokumentierten die Experten erneut schwere Verletzungen von Menschenrechten, darunter gezielte Angriffe auf Zivilisten, sexuelle Gewalt, Zwangsvertreibungen und die Rekrutierung von Kindersoldaten. Besonders betroffen seien Regionen in den Bundesstaaten Jonglei, Upper Nile und Warrap, wo lokale Konflikte zwischen ethnischen Gruppen oft von politischen Akteuren instrumentalisiert würden.

Die Mission betonte, dass die anhaltende Gewalt nicht nur das Leben Tausender bedrohe, sondern auch die Umsetzung des Revitalisierten Friedensabkommens von 2018 gefährde. Der Übergang zu einer dauerhaften zivilen Regierung sei durch mangelnde Rechenschaftspflicht, institutionelle Schwächen und fortgesetzte Militarisierung gefährdet.

Internationale Gemeinschaft aufgefordert

Die UN-Experten riefen die internationale Gemeinschaft dazu auf, Druck auf alle Konfliktparteien auszuüben, um einen umfassenden Dialog zu fördern und die Straflosigkeit zu beenden. Zudem forderten sie die südsudanesische Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung zu ergreifen und den Zugang humanitärer Organisationen zu Krisengebieten sicherzustellen.

Seit der Unabhängigkeit des Südsudan im Jahr 2011 ist das Land von wiederkehrender Gewalt, politischer Instabilität und schwerer Armut geprägt. Trotz mehrerer Friedensabkommen bleibt die Lage fragil, und Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa