Im südlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), einer Region, die als „Copperbelt“ bekannt ist, werden jährlich riesige Mengen an Kobalt und Kupfer abgebaut. Eine aktuelle Untersuchung legt nun nahe, dass bei diesen Abbauprozeduren auch Uran miterfasst wird – ohne dass dies in Exportdokumenten offengelegt wird. Die Entdeckung wirft ernste Fragen über die Kontrolle mineralischer Lieferketten auf, die für die Elektroindustrie und Energiespeicher weltweit entscheidend sind.
Verunreinigungen mit potenziell hohem Risikopotenzial
Die Studie, veröffentlicht über The Conversation Africa, analysierte Proben aus mehreren Bergbaugebieten im Südosten des Landes, darunter Kolwezi und Lubumbashi. Dabei wurde festgestellt, dass bestimmte Kobalt-Ladungen geringe, aber messbare Mengen an Uran enthielten – ein radioaktives Element, das unter internationalen Vorschriften streng reguliert ist. Da Uran jedoch nicht als Hauptressource registriert wird, unterliegt es keiner Meldepflicht beim Export. Das erhöht das Risiko, dass kontaminierte Materialien ungehindert in internationale Produktionsketten gelangen.
Globale Lieferketten im Fokus
Da die DR Kongo etwa 70 Prozent des weltweiten Kobalts produziert, spielt das Land eine zentrale Rolle in der Herstellung von Batterien für Elektroautos und Smartphones. Die Entdeckung könnte daher weitreichende Konsequenzen für Importländer und Unternehmen haben, die sich verpflichtet fühlen, ethische und sichere Rohstoffquellen zu nutzen. Expert:innen fordern nun transparente Screening-Verfahren und unabhängige Kontrollmechanismen an den Ausfuhrhäfen sowie stärkere Zusammenarbeit mit Atomenergiebehörden wie der IAEA.
Kritiker bemängeln zudem, dass die Regulierung im Bergbausektor der DR Kongo weiterhin lückenhaft sei, insbesondere bei informellen Minen, wo Aufsicht oft fehlt. Ohne umfassende Reformen bestehe die Gefahr, dass ökologische und gesundheitliche Risiken sowohl lokal als auch global unterschätzt werden.
Quellen: AllAfrica – Central Africa, AllAfrica – Business