Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt erstmals in Cum-Ex-Fall

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat nach Jahren der Kritik erstmals konkrete Ermittlungen im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften aufgenommen. Wie die Welt Online berichtet, richtet sich das Verfahren gegen 26 Beschuldigte aus dem Umfeld der früheren HSH Nordbank. Die Vorwürfe drehen sich um milliardenschwere Steuergeschäfte, bei denen Banker durch konstruierte Aktienverkäufe Steuern kassierten, die gar nicht gezahlt worden waren.

Die Cum-Ex-Affäre gilt als eine der größten Steuerrückvergütungsskandale der deutschen Finanzgeschichte. Während in anderen Bundesländern bereits seit Jahren ermittelt wird, blieb Hamburg bislang auffällig zurückhaltend – was immer wieder Kritik von Opposition und Medien nach sich zog. Nun scheint die Behörde aufzuholen: Das Ermittlungsverfahren umfasst umfangreiche Akten, Bankdaten und Zeugenaussagen, die über Jahre gesammelt wurden.

Die HSH Nordbank, an der Hamburg und Schleswig-Holstein früher gemeinsam beteiligt waren, spielt in dem Fall eine zentrale Rolle. Zahlreiche Deals wurden über Tochtergesellschaften oder verbundene Institute abgewickelt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob Bankangestellte, Rechtsanwälte und Steuerberater systematisch an den Geschäften beteiligt waren und ob interne Kontrollmechanismen bewusst umgangen wurden.

Die politische Reaktion in Hamburg bleibt abwartend. Beobachter sehen in den nun eingeleiteten Ermittlungen einen möglichen Versuch, das beschädigte Vertrauen in die Justiz wiederherzustellen. Ob es zu Anklagen kommt, hängt von der Auswertung der komplexen Finanzströme ab – ein Prozess, der noch Monate dauern könnte.

Quellen: Welt Online