Joachim Gauck hat am Rande einer verdi-Vertrauensleutekonferenz in Rostock einen eindringlichen Appell an die Zivilgesellschaft gerichtet. „Wir müssen ins Machen kommen“, sagte der frühere Bundespräsident und langjährige Bürgerrechtler. Vor einem Publikum aus Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern plädierte er dafür, nicht nur über Probleme zu diskutieren, sondern aktiv Veränderungen anzustoßen. Der Geist der friedlichen Revolution von 1989 müsse heute neu belebt werden.
Gauck betonte, dass Vertrauen – in Institutionen wie in Mitmenschen – eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie sei. „Vertrauen entsteht nicht durch Reden, sondern durch Tun“, so der 86-Jährige. Er rief insbesondere jüngere Generationen dazu auf, sich in Vereinen, Parteien oder sozialen Initiativen zu engagieren. Seine Worte wurden von den Teilnehmenden mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen.
Die verdi-Konferenz in Rostock dient traditionell als Plattform für Diskussionen über soziale Gerechtigkeit, Arbeitsbedingungen und politische Mitbestimmung. Gaucks Auftritt unterstrich die Bedeutung Mecklenburg-Vorpommerns als Ort gesellschaftlicher Debatten – besonders in einer Zeit, in der Populismus und politische Verunsicherung zunehmen. Mit seiner klaren Sprache und biografischen Autorität gilt Gauck weiterhin als moralische Stimme im politischen Diskurs.
Quellen: ZDF Heute – Nachrichten