Ein harter Durchgriff der kenianischen Behörden gegen ausländische Händler hat bei Migranten erhebliche Angst ausgelöst. Berichten zufolge haben zahlreiche ausländische Geschäftsleute aus Nachbarländern das Land verlassen, nachdem Behörden verstärkt Kontrollen und Razzien in Märkten und Gewerbegebieten durchgeführt haben. Augenzeugen beschreiben die Maßnahmen als unkoordiniert und übergriffig – ein Migrant verglich die Situation gegenüber der BBC mit einem Hund, der „wie losgelassen“ auf die Gemeinschaft wirke.
Die Behörden stehen vor dem Dilemma, einerseits den lokalen Handel vor ausländischer Konkurrenz schützen zu wollen, andererseits aber die Rechte legaler Migranten zu achten. Die jüngsten Aktionen haben nicht nur wirtschaftliche Unsicherheit ausgelöst, sondern auch diplomatische Spannungen mit Nachbarländern verstärkt, deren Staatsbürger betroffen sind. Einige Botschaften haben bereits Beratungshilfen für ihre im Land befindlichen Bürger aktiviert.
Beobachter warnen, dass die unsystematische Vorgehensweise das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit untergraben könnte. Zudem befürchten Hilfsorganisationen, dass die Flucht vieler Kleinunternehmer zu einer Verschärfung der Armut in Grenzregionen führen könnte, da viele dieser Händler auch in ihren Heimatländern vernetzt waren. Die kenianische Regierung hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu den konkreten Vorfällen abgegeben.
Quellen: BBC News – World, BBC News – Africa