Angesichts der jüngsten Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt, die eine zunehmende politische Polarisierung in Teilen Ostdeutschlands belegen, mahnt Brandenburgs Gesundheitsminister und Beauftragter für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sebastian Wilke, entschlossenes Gegensteuern an. Der hohe Stimmenanteil der AfD zeige, dass viele Menschen sich abgehängt fühlten – eine Entwicklung, die auch Brandenburg nicht unberührt lasse.
„Begegnung ist der beste Schutz gegen Hass“, betonte Wilke in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Er setze darauf, dass persönliche Kontakte zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, politischer Meinung oder sozialer Schicht die Grundlage für ein friedliches Miteinander bilden. Dazu gehörten Initiativen wie Nachbarschaftsprojekte, Dialogformate in Schulen und Quartieren sowie gezielte Förderung von bürgerschaftlichem Engagement.
Die Landesregierung unterstützt bereits zahlreiche Programme zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, etwa durch das Landesprogramm „Zusammenhalt fördern – Vielfalt gestalten“. Wilke sieht hier eine langfristige Aufgabe, die über repressive Maßnahmen hinausgehe: „Es geht nicht nur darum, Hassrede zu bekämpfen, sondern auch darum, positive Räume zu schaffen, in denen Respekt und Zuhören wieder Normalität werden.“
Besonders in ländlichen Regionen Brandenburgs, wo teilweise strukturelle Abwanderung und unterversorgte Infrastrukturen für Frustration sorgen, müsse die Politik stärker präsent sein. Wilke forderte Kommunen, Vereine und Kirchen auf, gemeinsam lokale Lösungen zu entwickeln – „nicht über die Menschen hinweg, sondern mit ihnen“.
Quellen: Der Tagesspiegel