Der Gouverneur des nigerianischen Bundesstaates Borno, Babagana Umara Zulum, hat erneut die gravierenden Folgen der jahrelangen Boko-Haram-Insurgenz für das Bildungswesen des Landes betont. In einer aktuellen Aussage erklärte Zulum, dass während des Höhepunkts der Terrorkrise mehr als 5.000 Schulgebäude in der Region systematisch zerstört wurden. Dies habe zu einer beispiellosen Bildungskatastrophe geführt: rund 2,2 Millionen Kinder seien derzeit ohne Zugang zu formaler Bildung.
Die islamistische Extremistengruppe Boko Haram hatte in den vergangenen Jahren weite Teile Nordostnigerias unter ihre Kontrolle gebracht und dabei gezielt Bildungseinrichtungen angegriffen. Die Gruppe lehnt westliche Bildung ab und sieht in Schulen eine Bedrohung ihrer Ideologie. Zahlreiche Lehrkräfte wurden ermordet, Schulen niedergebrannt oder als militärische Stützpunkte missbraucht.
Zulum betonte, dass der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur und die Wiederintegration der betroffenen Kinder in das Bildungssystem eine der größten Herausforderungen der regionalen Regierung bleibe. Trotz Fortschritten bei der militärischen Eindämmung der Gruppe sei die soziale und pädagogische Wiederaufbauarbeit noch lange nicht abgeschlossen. Internationale Hilfsorganisationen und die nigerianische Zentralregierung unterstützen derzeit Programme zur Wiedereröffnung von Schulen und zur psychosozialen Betreuung der betroffenen Kinder.
Quellen: Daily Trust, AllAfrica – West Africa