Eritrea wirft den Vereinigten Arabischen Emiraten ‚Hafenkolonialismus‘ in Afrika vor

Eritrea hat scharfe Kritik an den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) geübt und diese beschuldigt, eine neue Form des Kolonialismus über die Kontrolle strategischer Hafenanlagen in Ostafrika zu betreiben. Die Regierung in Asmara bezeichnete diese Praxis als „port-based colonialism“ und warnte vor den langfristigen politischen und wirtschaftlichen Folgen für die Souveränität afrikanischer Staaten. Besonders die zunehmende Einflussnahme Abu Dhabis in der Region des Horns von Afrika stößt auf Skepsis – insbesondere Projekte in Ländern wie Somalia, wo die UAE bereits Infrastrukturinvestitionen getätigt hat.

Die UAE haben in den letzten Jahren Hafenanlagen in mehreren Ländern der Region modernisiert oder gepachtet, darunter Assab in Eritrea sowie Berbera in Somaliland – einer autonom erklärten Region im Norden Somalias. Diese Investitionen dienen sowohl zivilen als auch militärischen Zwecken und ermöglichen es den Emiraten, ihre logistische Reichweite im Roten Meer und am Golf von Aden zu stärken. Während einige Partnerländer diese Zusammenarbeit als Entwicklungschance sehen, warnen andere, darunter Eritrea, vor einer Abhängigkeit, die nationale Interessen untergraben könnte.

Die aktuelle Anschuldigung aus Asmara spiegelt wachsende geopolitische Spannungen im strategisch wichtigen Horn von Afrika wider. Die Region bleibt ein Zankapfel zwischen regionalen Mächten und internationalen Akteuren, die Zugang zu globalen Handelsrouten suchen. Für Somalia bedeutet dies zusätzlichen Druck, eigene Verhandlungsmacht gegenüber ausländischen Investoren zu stärken, um Souveränität und Kontrolle über nationale Ressourcen zu bewahren.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa