Kambodschas Premierminister Hun Manet hat Thailand zur Wiederaufnahme der Gespräche über den umstrittenen Grenzverlauf zwischen den beiden Ländern aufgefordert. In einer Stellungnahme am Samstag (11. April) betonte Hun Manet, dass er „fest hoffe“, die beiden Nachbarländer könnten „schnell und in aufrichtiger Weise“ zusammenarbeiten.
Die Grenzstreitigkeiten zwischen Thailand und Kambodscha haben eine lange Geschichte und betreffen vor allem den Bereich um den prächtigen Preah-Vihear-Tempel, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Tempel liegt auf einem Bergrücken entlang der Grenze und ist seit Jahrzehnten ein Zankapfel zwischen den beiden Nationen.
2013 hatte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag entschieden, dass der Tempel und das umliegende Gebiet zu Kambodscha gehören, während Thailand darauf besteht, dass Teile des umliegenden Landes unter seiner Hoheit stehen. Seitdem gab es immer wieder Spannungen, die gelegentlich zu bewaffneten Zusammenstößen führten.
Hun Manet, der erst im August 2023 das Amt des Premierministers übernahm, hat nun die Initiative ergriffen, um die bilateralen Beziehungen zu verbessern. Er betonte die Bedeutung einer friedlichen Lösung für beide Seiten und die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit in anderen Bereichen nicht durch den Grenzstreit beeinträchtigen zu lassen.
Bislang hat Thailand noch nicht offiziell auf die Forderung Kambodschas reagiert. Beobachter hoffen jedoch, dass beide Seiten den Dialog wieder aufnehmen werden, um eine dauerhafte Lösung für den jahrzehntealten Konflikt zu finden.
Quellen: Channel News Asia