Bildungsmonitor 2026: Bremen erneut Schlusslicht unter den Bundesländern

Das Bundesland Bremen steht erneut schlecht da im bundesweiten Vergleich der Bildungsqualität. Laut dem aktuell veröffentlichten Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) belegt Bremen unter den 16 Bundesländern den letzten Platz. Die Studie stuft die Bildungsleistung in Bremen als alarmierend ein und spricht von einem „Armutszeugnis“ für das Stadtstaat-System.

Die Analyse bewertet verschiedene Indikatoren wie Bildungsausgaben pro Kopf, Lehrkraft-Dichte, Abbruchquoten an Schulen und Hochschulen sowie Ergebnisse in nationalen und internationalen Leistungsvergleichen. Bremen schneidet in fast allen Kategorien schwach ab – besonders auffällig ist der Mangel an Lehrkräften und die überdurchschnittlich hohen Schulabbrecherzahlen. Auch bei den Bildungsausgaben pro Einwohner liegt Bremen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, was Experten auf die strukturellen finanziellen Herausforderungen des kleinen Flächenlandes zurückführen.

Spitzenreiter im Ländervergleich ist Sachsen, gefolgt von Bayern und Thüringen. Selbst traditionell starke Bildungsstandorte wie Baden-Württemberg und Hamburg verloren jedoch leicht an Boden. Die Autoren des Monitor warnen vor einer sich vertiefenden Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen Stadtstaaten und Flächenländern. Für Bremen bedeutet dies einen dringenden Handlungsbedarf, insbesondere bei der Rekrutierung und Bindung von Lehrkräften sowie bei der Förderung benachteiligter Schülerinnen und Schüler.

Die Bremer Senatsverwaltung für Bildung reagierte betroffen, aber nicht überrascht. Man kenne die Probleme und arbeite an langfristigen Lösungen, darunter verstärkte Fortbildungsprogramme und Pilotprojekte zur Inklusion. Gleichzeitig werde mehr Druck auf den Bund erhoben, um zusätzliche Finanzhilfen für strukturschwache Regionen zu erwirken.

Quellen: Spiegel Online