Der ehemalige Tennisprofi Boris Becker hat nach dem Erfolg von Alexander Zverev bei den US Open eine Neuregelung im Profisport angeregt. Zverev, der in Hamburg lebt und dort seine sportlichen Wurzeln hat, gewann das Grand-Slam-Turnier und sorgte damit für nationale Begeisterung. Doch Becker sieht Handlungsbedarf im Umgang mit Spielverzögerungen – insbesondere wegen Zverevs bekanntem Ritual des langen Balltippen zwischen den Punkten.
Becker bezeichnete dieses Verhalten als „unglaubliche Respektlosigkeit“ gegenüber dem Gegner und dem Publikum. Er forderte die ATP auf, klare Vorgaben für die Zeit zwischen den Punkten einzuführen und durchzusetzen. „Das ewige Balltippen stört den Spielrhythmus und verlangsamt unnötig den Ablauf“, so Becker. Der 58-Jährige sieht in Zverev zwar einen zukünftigen Weltranglistenersten, betonte aber, dass Fairness und Respekt im Sport oberste Priorität haben müssten.
Die Debatte über Spielgeschwindigkeit im Tennis gewinnt an Bedeutung, vor allem im Hinblick auf junge Zuschauer, die kürzere Pausen und mehr Dynamik erwarten. Zverev hat bislang nicht auf Beckers Kritik reagiert. In Hamburg, wo der Profi seine Trainingsbasis hat, wird das Thema jedoch kontrovers diskutiert – sowohl in Tennisvereinen als auch in den lokalen Medien.
Quellen: Der Tagesspiegel