Das kenianische Parlament nimmt eine ungewöhnliche Finanzentscheidung einer öffentlichen Mädchenschule unter die Lupe. Die Bishop Gatimu Ngandu Girls High School im County Nyeri hat rund eine Million kenianische Schilling (ca. 7.000 Euro) am Nairobi Securities Exchange (NSE) investiert. Wie Parlamentsabgeordnete nun kritisch anmerkten, betrug der Dividenden-Ertrag dieser Anlage innerhalb eines Jahres lediglich 5.381 Schilling – ein Rendite von weniger als 0,6 Prozent.
Die geringe Rendite hat Fragen nach der Zweckmäßigkeit und Transparenz der Investition aufgeworfen. Die Abgeordneten verlangen nun eine detaillierte Erklärung der Schulleitung, warum öffentliche Mittel in den Aktienmarkt fließen und ob die Entscheidung im Einklang mit den Vorschriften für staatliche Bildungseinrichtungen steht. Besonders kritisch ist, dass es sich bei der Schule um eine öffentliche Einrichtung handelt, deren Finanzen der öffentlichen Rechenschaftspflicht unterliegen.
Experten weisen darauf hin, dass zwar grundsätzlich auch öffentliche Institutionen investieren dürfen, dies jedoch unter strenger Aufsicht und mit klaren Zielsetzungen geschehen müsse. Die Aufsichtsbehörden prüfen nun, ob die Investition im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten erfolgte oder ob möglicherweise Haushaltsmittel riskant eingesetzt wurden. Die Schule hat bislang nicht öffentlich Stellung genommen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Finanzautonomie öffentlicher Schulen in Kenia und könnte zu einer Neubewertung der Anlagepraktiken im Bildungssektor führen. Das Finanzministerium könnte künftig strengere Leitlinien für die Verwendung von Schulgeldern und Spenden erlassen, um Missbrauch oder unkluge Investitionen zu verhindern.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Kenya