Die Deutsche Bahn (DB) hat die Einführung ihrer geplanten Direktverbindung von München nach Mailand und Rom auf den Sommer 2027 verschoben. Zuvor war von einer Inbetriebnahme Ende 2026 die Rede gewesen. Der Grund für die Verzögerung liegt in technischen und logistischen Herausforderungen bei der Einführung der modernen Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszüge, die für die Strecke vorgesehen sind.
Die neue Verbindung soll Reisenden aus ganz Bayern eine schnelle und umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug oder Auto bieten. Die Route wird von München über den Brennerpass nach Italien führen und sowohl Mailand als auch Rom anbinden. Laut DB sollen die Reisezeiten deutlich unter denen herkömmlicher Zugverbindungen liegen – mit direkten Fahrten von rund sechs Stunden nach Mailand und etwa zehn Stunden nach Rom.
Die Frecciarossa-Züge, die von Trenitalia betrieben werden, zeichnen sich durch hohe Komfortstandards, moderne Bordtechnik und eine energiesparende Bauweise aus. Ihre Integration in das europäische Schienennetz erfordert jedoch umfangreiche Koordination zwischen deutscher und italienischer Bahninfrastruktur, insbesondere im Alpenraum. Auch Zulassungsverfahren und Testfahrten haben sich verzögert.
Die Verbindung ist Teil der europäischen Initiative „Green Rail Corridor“ und soll den grenzüberschreitenden Schienenverkehr stärken. Für Bayern bedeutet dies eine Aufwertung des Münchner Hauptbahnhofs als internationaler Verkehrsknoten. Umweltverbände begrüßen die Verschiebung zwar nicht, sehen aber in der Route einen wichtigen Schritt für die Verkehrswende.
Quellen: Der Tagesspiegel