In der hessischen Mainmetropole Frankfurt sind binnen kurzer Zeit insgesamt acht Menschen an Malaria erkrankt, obwohl keiner der Betroffenen kürzlich in tropischen Gebieten war. Besonders alarmierend: Mehrere Fälle traten mehrere Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt auf, was bisherige Annahmen über die Verbreitung erschwert. Das Gesundheitsamt geht aktuell von einer möglichen Einschleppung durch infizierte Mücken aus, die möglicherweise am oder in der Nähe des Flughafens eingeschleppt wurden.
Um mögliche weitere Fälle frühzeitig zu erkennen und die Bevölkerung zu informieren, hat das Gesundheitsamt eine spezielle Hinweistelefon-Hotline eingerichtet. Bürgerinnen und Bürger, die Fieber, Schüttelfrost oder grippeähnliche Symptome zeigen und in der Nähe des Flughafens leben oder gearbeitet haben, werden gebeten, sich dort zu melden. Experten prüfen nun, ob sogenannte Anopheles-Mücken, die den Erreger übertragen können, sich vorübergehend im Umland etabliert haben könnten – etwa durch Klimabedingungen oder Transportwege über Frachtflüge.
Die Behörden betonen, dass die aktuelle Lage nicht als Epidemie einzustufen sei, aber eine verstärkte Überwachung notwendig sei. Auch die Bundespolizei am neuen Terminal 3 wird angehalten, bei verdächtigen Vorfällen im Transitbereich besonders wachsam zu sein. Die zuletzt gemeldeten Fälle unterstreichen, wie empfindlich städtische Gesundheitssysteme auf globale Risiken reagieren müssen – gerade an internationalen Drehkreuzen wie dem Frankfurter Flughafen.
Quellen: Der Tagesspiegel, FAZ Online