Am Mittwochabend stand die Berliner Politik im Fokus: Die Spitzenkandidaten der Parteien trafen sich zur entscheidenden TV-Diskussion im RBB, der sogenannten Wahlarena. Nur wenige Tage vor der Abgeordnetenhauswahl 2026 war die Atmosphäre angespannt, besonders bei kontroversen Themen wie Wohnraumknappheit, Sicherheit und der Integration migrantischer Bevölkerungsgruppen.
Werner Graf, Spitzenkandidat der Berliner Grünen, trat mit einem moderaten, sachlichen Ton auf. Er betonte seine pragmatische Haltung und plädierte für eine Fortsetzung der Koalitionspolitik, die Kompromisse ermögliche. „Wir brauchen keine Revolution, sondern konsequente Umsetzung“, sagte Graf, der bisher als wenig prominent galt, sich aber in der Debatte als ruhiger Gesprächsführer positionierte.
Die Diskussion wurde jedoch von Vorfällen im Wahlkampf überschattet: Die Polizei ermittelt gegen unbekannte Täter, die Wahlkämpfer von CDU und AfD bei Infoständen in Neukölln, Mitte und Tempelhof attackiert haben sollen. Schubsende Radfahrer und das gezielte Werfen von Handys wurden gemeldet. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da politisch motivierte Gewalt befürchtet wird.
Zudem sorgten vermeintliche Wahlkampf-Plakate für Aufregung, die die Spitzenkandidatin der Linken in Verbindung mit dem Slogan „Yallah Intifada!“ brachten. Der Landesverband erstattete Anzeige wegen Betrugs, da die Sticker offensichtlich von Dritten gefälscht wurden, um die Partei zu diskreditieren.
Quellen: Tagesspiegel, FAZ Online, Welt Online, ARD Tagesschau – Inland