Seit Mittwoch steht ein 48-jähriger Mann aus Gera vor dem Landgericht, angeklagt des sexuellen Missbrauchs an der minderjährigen Tochter seiner Lebensgefährtin. Wie aus der Anklage hervorgeht, soll der Angeklagte den Missbrauch über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg mehr als 400 Mal begangen haben. Das Opfer war zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig.
Die Ermittlungen wurden erst eingeleitet, nachdem das Mädchen mutig Anzeige erstattete. Die psychischen Folgen seien gravierend, so die Staatsanwaltschaft. Der Prozess, der am Mittwoch begann, wird voraussichtlich mehrere Verhandlungstage in Anspruch nehmen. Neben den schweren Vorwürfen der sexuellen Nötigung und des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen wird auch die strafrechtliche Verantwortung des Angeklagten intensiv geprüft.
Das Gericht in Gera hat bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um das Opfer zu schützen. Die Verhandlungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, um die Privatsphäre des Betroffenen zu wahren. Die Staatsanwaltschaft fordert eine langjährige Freiheitsstrafe. Die Verteidigung kündigte an, die Beweislage genau zu prüfen.
Der Fall sorgt in der Region für Bestürzung. Soziale Dienste und Opferschutzorganisationen in Thüringen weisen erneut auf die Bedeutung von Aufklärung und Unterstützung für betroffene Kinder und Jugendliche hin. Die Zahlen zeigen, dass viele Fälle von sexuellem Missbrauch in Familien oder engen Beziehungskreisen stattfinden – und oft erst nach Jahren aufgedeckt werden.
Quellen: MDR – Nachrichten