Die Leuchtenburg bei Seitenroda im Saale-Holzland-Kreis wird zu einem Vorzeigeprojekt für Barrierefreiheit in der Denkmalpflege. Wie der MDR berichtet, soll die mittelalterliche Höhenburg umfassend umgebaut werden, um Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Rollstuhlfahrern und älteren Besuchern einen uneingeschränkten Zugang zu ermöglichen. Nach Fertigstellung würde sie die erste vollständig barrierefrei zugängliche Höhenburg in Deutschland sein.
Die Pläne sehen den Einbau von Aufzügen, rampengerechten Wegen und angepassten Sanitäranlagen vor. Gleichzeitig soll der historische Charakter der Burg gewahrt bleiben. Experten für Denkmalpflege und Inklusion arbeiten eng zusammen, um technische Lösungen zu finden, die in die bestehende Architektur integriert werden können, ohne das Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.
Die Leuchtenburg, die auf eine Geschichte von über 1.000 Jahren zurückblickt, ist heute ein bedeutendes Kulturdenkmal und beherbergt unter anderem ein Museum für historische Spielkarten. Jährlich besuchen Zehntausende Gäste die Anlage. Mit dem barrierefreien Ausbau soll die Burg noch attraktiver für Schulklassen, Familien und touristische Gruppen werden.
Das Projekt wird von der Thüringer Landesregierung und privaten Förderern unterstützt. Baubeginn ist für Anfang nächsten Jahres geplant. Die Verantwortlichen betonen, dass Inklusion kein nachträglicher Gedanke sein dürfe, sondern integraler Bestandteil der kulturellen Teilhabe sei. Mit der Leuchtenburg soll ein nationales Signal gesetzt werden.
Quellen: MDR – Nachrichten