Weimar – Zwischen 1937 und 1945 wurden etwa 280.000 Menschen in das Konzentrationslager Buchenwald und seine Außenlager verschleppt. Unter ihnen befanden sich rund 9.000 Häftlinge, die von den Nationalsozialisten mit einem schwarzen Winkel gekennzeichnet wurden. Diese Menschen galten als ‚asozial‘ oder ‚arbeitsscheu‘ – eine Kategorisierung, die sie auch nach dem Krieg stigmatisierte.
Lange Zeit vergessen
Wie der MDR berichtet, wurden diese Opfergruppe jahrzehntelang nicht als Verfolgte des NS-Regimes anerkannt. Erst in den letzten Jahren rückt ihr Schicksal stärker in den Fokus der Erinnerungskultur. Die Gedenkstätte Buchenwald widmet sich nun in einer Ausstellung diesem dunklen Kapitel der Geschichte.
Schwierige Aufarbeitung
Die Kategorie ‚asozial‘ wurde von den Nazis willkürlich vergeben und traf vor allem sozial Schwache, Obdachlose, Prostituierte und Menschen, die nicht in das nationalsozialistische Weltbild passten. Nach 1945 hatten viele Überlebende mit dem Stigma zu kämpfen und erhielten keine Entschädigung. Die aktuelle Ausstellung in Buchenwald leistet einen wichtigen Beitrag, diese vergessenen Opfer ins kollektive Gedächtnis zurückzuholen.
Quellen: MDR – Nachrichten (DE, 12.04.2026 04:00)