Nur wenige Monate nach dem Ende seiner Amtszeit als Präsident von Benin ist Patrice Talon in eine führende politische Rolle zurückgekehrt. Am Donnerstag wählte der neu eingerichtete Senat, die zweite Kammer des Parlaments, Talon zu seinem Vorsitzenden. Die Wahl fand in der Hauptstadt Porto-Novo statt, wo das Gremium erstmals zusammenkam. Talon wird das Amt für eine fünfjährige Amtszeit innehaben.
Die Schaffung des Senats war Teil einer umstrittenen Verfassungsänderung, die im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Kritiker sehen darin einen Versuch, die Machtverhältnisse zugunsten ehemaliger Amtsinhaber und regierungsnaher Kreise zu verschieben. Befürworter argumentieren hingegen, dass die zweite Parlamentskammer zur Stabilität und Kontinuität im politischen System beitragen solle. Mit Talons Wahl an die Spitze der neuen Institution rückt ein zentrales politisches Schwergewicht erneut ins Zentrum der Macht.
Talon, ein ehemaliger Baumwollmagnat, war von 2016 bis 2026 Präsident von Benin. Während seiner Amtszeit galt er als autoritärer Führer, der die Opposition einschränkte und Pressefreiheit beschnitt. Nach offiziellen Angaben trat er am 6. Mai 2026 friedlich ab, woraufhin sein designierter Nachfolger die Präsidentschaft übernahm. Seine Rückkehr an die Spitze einer staatlichen Institution wirft nun neue Fragen über den Einfluss ehemaliger Präsidenten auf die Demokratie in Westafrika auf.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa, The Africa Report