Präsident Biya vollzieht militärische Umstrukturierung in Abwesenheit

Kameruns Präsident Paul Biya hat erneut die militärische Führung des Landes umgestaltet, obwohl er seit dem 7. Juni 2026 öffentlich nicht mehr gesehen wurde. Laut drei am 3. August unterzeichneten Präsidialerlassen wurden hochrangige Offiziere befördert und Kommandeure in vier von fünf gemeinsamen Militärregionen ausgetauscht. Besonders auffällig ist die Ernennung des Leiters der Präsidentengarde zum Brigadegeneral – eine Schlüsselposition, die direkt für die Sicherheit des Staatschefs verantwortlich ist.

Die Maßnahmen werden von Beobachtern als strategischer Schritt interpretiert, um Biyas Kontrolle über die Streitkräfte weiter zu festigen. Angesichts des fortgeschrittenen Alters des 93-jährigen Präsidenten – er ist damit der älteste amtierende Staatsoberhaupt der Welt – wächst die Spekulation über die Machtverhältnisse im Hintergrund. Die lang anhaltende Abwesenheit Biyas von öffentlichen Auftritten verstärkt die Unsicherheit über seinen Gesundheitszustand und die politische Stabilität des Landes.

Die Umstrukturierung betrifft auch die militärischen Regionen in Nordwest-, Südwest-, Zentral- und Ostkamerun, was auf eine Neuausrichtung der operativen Führung hindeutet. Diese Gebiete sind besonders sensibel, da im Südwesten und Nordwesten weiterhin ein anhaltender Konflikt zwischen staatlichen Streitkräften und Separatisten herrscht. Die Ernennungen könnten daher auch eine Reaktion auf die anhaltende innenpolitische Spannungen sein.

Quellen: The Africa Report, France 24 – Africa