Die taiwanische Oppositionsführerin Cheng Li-wun hat sich auf eine diplomatische Mission nach China begeben, wo sie voraussichtlich mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammentreffen wird. Das Treffen findet vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Taiwan und China statt. Cheng, die Vorsitzende der Kuomintang-Partei, bezeichnete die Reise als Chance, eine „Brücke des Friedens“ zu bauen.
Analysten sehen in dem Besuch einen strategischen Schachzug der Kuomintang, die bei den bevorstehenden Wahlen in Taiwan um Stimmen wirbt. Die Partei gilt als chinafreundlich und setzt sich für engere Beziehungen zum Festland ein. Kritiker warnen jedoch vor einer Unterwanderung der taiwanischen Souveränität durch China.
Die Reise erfolgt trotz scharfer Kritik der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei Taiwans, die eine unabhängigere Linie gegenüber China vertritt. Präsidentin Tsai Ing-wen rief stattdessen zu direkten Gesprächen zwischen den Regierungen beider Seiten auf.
Quellen: Al Jazeera English, Japan Times, BBC News