Die anhaltenden Proteste gegen die steigenden Spritpreise in Irland haben eine neue Eskalationsstufe erreicht. Wie mehrere internationale Medien berichten, blockierten Demonstranten die Whitegate-Raffinerie in County Cork – die einzige Ölraffinerie des Landes. Dabei kam es nach Angaben der Polizei auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Polizeichef warnt vor »Geiselhaft«
Der irische Polizeichef Justin Kelly äußerte scharfe Kritik an den Protestierenden: »Sie nehmen das Land in Geiselhaft«, sagte Kelly laut Spiegel Online. Er warnte, die anhaltenden Blockaden stellten eine Gefahr für den Staat dar. Die Proteste sind eine Reaktion auf die drastisch gestiegenen Kraftstoffpreise, die durch den US-israelischen Konflikt mit Iran zusätzlich angeheizt wurden.
Ein Drittel der Tankstellen ohne Sprit
Laut ZEIT Online sind bereits ein Drittel der irischen Tankstellen von Lieferengpässen betroffen. Die Regierung unter Premierminister Micheál Martin verurteilte die Straßenblockaden als »skrupellos«. Armeeingenieure mussten laut Politico Europe helfen, eine Barrikade an der Raffinerie zu räumen, nachdem es zu einem stundenlangen Stillstand gekommen war. Inzwischen haben Tanklaster wieder Zugang zur Anlage, wie die BBC berichtet.
Die Proteste werden vor allem von Truckern und Landwirten getragen, die Steuersenkungen fordern. Die irische Regierung zeigt sich bisher kompromisslos und verweist auf globale Marktmechanismen. Beobachter befürchten jedoch weitere Eskalationen, sollte sich die Lage nicht entspannen.
Quellen: Spiegel Online, BBC News, Politico Europe, ZEIT Online