Orbán beschuldigt Ukraine nach Sprengstofffund an Gas-Pipeline

Kurz vor den ungarischen Parlamentswahlen am kommenden Sonntag hat ein Sprengstofffund an einer strategisch wichtigen Gas-Pipeline für politische Spannungen gesorgt. Wie die Regierungen Serbiens und Ungarns mitteilten, wurden an der Balkan-Stream-Pipeline, die russisches Gas nach Ungarn transportiert, mehrere Rucksäcke mit hochwirksamem Sprengstoff entdeckt.

Orbán spricht von Sabotageakt

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán deutete in einer Stellungnahme auf eine mögliche Beteiligung der Ukraine hin. „Dies war ein klarer Sabotageakt gegen unsere Energieversorgung“, erklärte Orbán. Die Balkan-Stream-Pipeline ist für Ungarns Gasversorgung von zentraler Bedeutung, seit die EU-Lieferungen aus Russland über andere Routen sanktioniert hat.

Opposition vermutet „False Flag“-Aktion

Oppositionspolitiker und ungarische Medien äußerten hingegen Zweifel an der offiziellen Darstellung. Der oppositionelle Spitzenkandidat Péter Márki-Zay sprach von einer möglichen „False Flag“-Operation, die den Umfragen nach hinten liegenden Orbán im Wahlkampf helfen solle. „Die Timing ist mehr als verdächtig“, so Márki-Zay. Unabhängige Bestätigungen für die mutmaßliche Sabotage liegen bisher nicht vor.

Die Entdeckung erfolgte nur eine Woche vor den Parlamentswahlen in Ungarn, bei denen Orbán nach 16 Jahren an der Macht um seine Wiederbildung kämpft. Internationale Beobachter warnen seit Wochen vor möglichen Manipulationsversuchen im hochpolarisierten Wahlkampf.

Quellen: Spiegel Online, FAZ Online, The Guardian, BBC News