Polnischer Ex-Geheimdienstchef beschuldigt Orbán und Szijjártó als „russische Agenten“

In einer brisanten Stellungnahme hat der ehemalige Chef des polnischen Geheimdienstes, General Andrzej Kowalski, ungarischen Premierminister Viktor Orbán und Außenminister Péter Szijjártó vorgeworfen, als „russische Agenten“ zu agieren. Die Äußerungen fielen nur wenige Stunden vor Beginn der ungarischen Parlamentswahlen.

Explosive Vorwürfe aus Warschau

Kowalski, der von 2015 bis 2020 den polnischen Auslandsgeheimdienst leitete, machte seine Anschuldigungen in einem Interview mit dem ungarischen Nachrichtenportal Daily News Hungary. „Die Aktivitäten Orbáns und Szijjártós entsprechen exakt dem, was wir von russischen Einflussagenten erwarten würden“, so der ehemalige Geheimdienstchef.

Timing kurz vor Wahlen

Die Veröffentlichung der Vorwürfe unmittelbar vor den ungarischen Wahlen sorgt für politische Brisanz. Experten vermuten einen gezielten Versuch, die Debatte über Ungarns umstrittene Russland-Politik in letzter Minute zu beeinflussen. Die ungarische Regierung wies die Anschuldigungen umgehend als „lächerlich und unverantwortlich“ zurück.

Die polnische Regierung hat sich bisher nicht offiziell zu den Äußerungen ihres ehemaligen Geheimdienstchefs geäußert. Beobachter werten dies als Zeichen für die angespannten Beziehungen zwischen den beiden EU-Ländern, die sich in letzter Zeit insbesondere in der Ukraine-Politik uneins waren.

Quellen: Daily News Hungary