Die serbische Regierung steht nach dem mysteriösen Tod eines Belgrader Studenten unter scharfer Kritik. Wie der EUobserver berichtet, nutzen die Behörden die Tragödie, um Universitätsleitungen zu beschuldigen, die seit Monaten andauernden Studentenproteste gegen die Regierung zu unterstützen.
In den letzten Tagen kam es zu Razzien an Hochschulen, die von Kritikern als gezielter Angriff auf die akademische Freiheit gewertet werden. „Das ist eine schamlose Kampagne, um die Universitätsautonomie zu zerschlagen und die Protestbewegung zum Schweigen zu bringen“, zitiert das Blatt einen anonymen Akademiker.
Eskalation der Studentenproteste
Die Proteste serbischer Studierender hatten sich in den letzten Monaten intensiviert, nachdem die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić mehrere umstrittene Gesetzesänderungen durchgesetzt hatte. Der ungeklärte Tod des Studenten dient nun als Vorwand für eine härtere Gangart gegen die Bildungsinstitutionen.
Internationale Beobachter zeigen sich besorgt über diese Entwicklung. Die Europäische Kommission hatte Serbien zuletzt mehrfach wegen Einschränkungen der Meinungsfreiheit und demokratischer Standards kritisiert.
Quellen: EUobserver