Prozessbeginn gegen LGBT-Aktivisten in der Türkei wegen ‚Obszönität‘

In der Türkei hat am Mittwoch der Prozess gegen elf LGBT-Aktivisten begonnen, die wegen ‚Obszönität‘ und ‚Verstoßes gegen den Schutz der Familie‘ angeklagt sind. Die Angeklagten gehören der Vereinigung Genc LGBTI+ (Junge LGBTI+) an und stehen vor Gericht, weil sie angeblich gegen den Schutz der Familienwerte verstoßen haben.

Die Anklage bezieht sich auf Bilder, die die Aktivisten in den sozialen Medien veröffentlicht haben sollen und die gleichgeschlechtliche Beziehungen darstellen. Laut ihrer Anwältin handelt es sich dabei um eine kriminalisierende Maßnahme gegen die LGBT-Gemeinschaft in der Türkei. Die Aktivisten sehen sich einem Artikel der türkischen Verfassung gegenüber, der den Schutz traditioneller Familienwerte betont.

Reaktionen und Kritik

Menschenrechtsorganisationen haben die Anklage als Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Rechte von LGBT-Personen kritisiert. Sie befürchten, dass der Prozess ein weiteres Zeichen für die zunehmende Einschränkung von Grundrechten in der Türkei ist. Die Aktivisten selbst betonen, dass ihre Arbeit darauf abzielt, die Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBT-Personen in der Gesellschaft zu fördern.

Quellen: Al-Monitor