Der Generalsekretär der libanesischen Hisbollah, Naim Qassem, hat in einer Fernsehansprache die geplanten direkten Verhandlungen zwischen Libanon und Israel scharf kritisiert. Die für Dienstag angesetzten Gespräche zwischen den Botschaftern beider Länder in Washington seien „sinnlos“, so Qassem. Die schiitische Miliz werde sich nicht an etwaige Vereinbarungen aus diesen Verhandlungen halten.
Konfrontationskurs gegen Israel
Qassem betonte, die Hisbollah werde die Angriffe Israels auf den Libanon weiterhin konfrontieren. Dies kommentierte er im Zusammenhang mit Berichten über israelische Bulldozer, die im südlibanesischen Naqoura Gebäude zerstört haben sollen. Der libanesische Außenminister hatte zuvor erklärt, Beirut wolle die Washingtoner Gespräche nutzen, um israelische Angriffe auf libanesisches Territorium zu thematisieren.
Die EU hatte unterdessen gewarnt, ein regionaler Frieden sei unmöglich, solange „der Libanon in Flammen steht“. Die anhaltenden Kämpfe belasten das ohnehin schon angeschlagene Land schwer. Die libanesische Sozialministerin Hanin Sayyed schätzt, dass das Land eine Milliarde Dollar innerhalb eines Jahres benötigt, um die humanitäre Situation stabil zu halten.
Quellen: Al Jazeera English, Middle East Eye, Al-Monitor, The Independent