Angesichts der anhaltenden israelischen Angriffe und Bodenoperationen im Südlibanon hat die libanesische Regierung vor einer eskalierenden humanitären Krise gewarnt. Sozialministerin Hanin Sayyed erklärte gegenüber France 24, das Land benötige innerhalb der nächsten zwölf Monate mindestens eine Milliarde US-Dollar, „um die humanitäre Situation gerade noch über Wasser zu halten“.
Massive Vertreibungen
Hintergrund sind die massiven Vertreibungen von Zivilisten aus den Grenzregionen zu Israel. Die EU-Außenbeauftragte Ursula von der Leyen hatte bereits gewarnt, dass ein regionaler Frieden unmöglich sei, solange „der Libanon in Flammen steht“. Die Zerstörungen durch israelische Militäroperationen – zuletzt durch Berichte über das Bulldozern von Gebäuden in Naqoura bestätigt – verschärfen die ohnehin prekäre Wirtschaftslage des Landes.
Experten befürchten, dass der Libanon ohne massive internationale Hilfe bald vor einem kompletten Zusammenbruch der Grundversorgung stehen könnte. Das Land beherbergt bereits Millionen syrischer Flüchtlinge und leidet unter einer der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte.
Quellen: France 24, Al Jazeera English