Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum sieht sich mit einer der dunkelsten Seiten der mexikanischen Gesellschaft konfrontiert: dem gewaltsamen Verschwindenlassen von Menschen. Laut aktuellen Berichten gelten in Mexiko mehr als 133.000 Personen als vermisst – ein erschütterndes Erbe des Drogenkrieges und der organisierten Kriminalität.
Systematisches Problem mit langer Geschichte
Das Phänomen der Desaparecidos reicht in Mexiko Jahrzehnte zurück, hat sich jedoch in den letzten 15 Jahren dramatisch verschärft. Besonders betroffen sind Regionen, in denen Drogenkartelle und kriminelle Banden operieren. Viele der Vermissten wurden Opfer von Entführungen durch kriminelle Gruppen, andere verschwanden durch das Handeln korrupter Sicherheitskräfte.
Sheinbaums umstrittene Strategie
Die Präsidentin hat die Bekämpfung dieses Problems zur Priorität erklärt, doch ihre Strategie bleibt umstritten. Während einige Maßnahmen wie die Schaffung spezieller Suchtrupps und forensischer Labore gelobt werden, kritisieren Menschenrechtsgruppen die mangelnde Aufarbeitung struktureller Ursachen und die anhaltende Straflosigkeit in den meisten Fällen.
Die New York Times berichtet, dass trotz einiger Fortschritte die tägliche Zahl neuer Vermisstenfälle weiterhin alarmierend hoch bleibt. Familienangehörige der Opfer fordern konkretere Maßnahmen und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Lokalbehörden.
Quellen: New York Times, CNN en Español