Péter Magyar, der siegreiche Kandidat der Tisza-Partei, hat am 20. April 2026 die ersten sieben Minister seiner künftigen Regierung bekanntgegeben. Diese Entscheidung erfolgt im Vorfeld der Amtsübergabe am 9. Mai und signalisiert einen klaren Bruch mit der zentralisierten Regierungsführung, die unter Viktor Orbán vorherrschte.
Das neue Kabinett, das insgesamt 16 Ressorts umfassen wird, hat bereits prominente Ex-Manager aus der Privatwirtschaft angezogen. Darunter befinden sich Führungskräfte, die zuvor bei großen internationalen Unternehmen wie Vodafone und Shell tätig waren. Die Ernennung dieser Experten soll eine Abkehr von den sogenannten „Superministerien“ darstellen und eine stärkere Ausrichtung an den europäischen Standards und Werten fördern.
Der designierte Finanzminister wird vor einer der größten Herausforderungen stehen: die Sanierung des desolaten Haushalts, den die Orbán-Regierung hinterlassen hat. Dies wird als eine der ersten Prioritäten der neuen Regierung angesehen, um das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft zurückzugewinnen und die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu sichern.
Magyar betont, dass sein Kabinett eine „atlanticistische“ Ausrichtung haben wird, die sich stärker an den Werten und Normen der Europäischen Union orientiert. Dies könnte eine grundlegende Wende in der ungarischen Außenpolitik und der Zusammenarbeit mit den EU-Partnern bedeuten.
Quellen: Politico Europe, FAZ Online, Spiegel Online