Vor genau zehn Jahren stimmten die Briten für den Austritt aus der Europäischen Union. Diese Entscheidung hat nicht nur die politische Landschaft des Vereinigten Königreichs nachhaltig verändert, sondern auch zu einem ständigen Wechsel an der Spitze der Regierung geführt. Sechs Premierminister haben seitdem das Amt bekleidet, und die aktuelle Regierung steht vor der Herausforderung, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.
Keir Starmer, der zuletzt das Amt des Premierministers innehatte, trat vor wenigen Tagen zurück, was den Weg für den siebten Premierminister seit dem Brexit ebnete. Experten warnen, dass diese häufigen Führungswechsel Fragen über die Regierungsfähigkeit des Landes aufwerfen. Laut Martin Farr, einem Historiker an der Newcastle University, ist die politische Instabilität besorgniserregend und lässt Zweifel an der Zukunft des Landes aufkommen.
Die Bilanz des Brexit ist ebenso ernüchternd. Juncker, der damalige Präsident der Europäischen Kommission, erklärte, die EU sei auf den Austritt vorbereitet gewesen, nicht jedoch London. Viele der im Vorfeld des Referendums gemachten Versprechungen sind unerfüllt geblieben, was zu einer weit verbreiteten Enttäuschung in der Bevölkerung führt.
Die populistischen Parteien profitieren von dieser Unzufriedenheit, was die politische Landschaft im Vereinigten Königreich weiter fragmentiert. Während sich die Bürger nach Stabilität sehnen, ist die Frage, welche Richtung das Land einschlagen wird, nach wie vor offen.
Quellen: ARD Tagesschau, France 24