Äthiopischer Abgeordneter weist Vorwürfe Ägyptens zum Renaissance-Staudamm zurück

Der äthiopische Parlamentsabgeordnete Mohammed Al-Arousi hat Ägyptens wiederholte Vorwürfe gegenüber Äthiopien im laufenden Streit um den Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) scharf zurückgewiesen. In einer Stellungnahme in Addis Abeba betonte Al-Arousi, dass die Argumentation Kairos, der Staudamm werde einseitig errichtet, historische Fakten und die Prinzipien des internationalen Wasserrechts verkenne.

Insbesondere verwies der Abgeordnete auf die Grundsätze der gerechten und vernünftigen Nutzung grenzüberschreitender Gewässer, wie sie in der UN-Wasserrechtskonvention verankert seien. Äthiopien betone stets die Notwendigkeit der Zusammenarbeit, lehne es aber ab, weiterhin von der Nutzung der eigenen Wasserressourcen am Blauen Nil ausgeschlossen zu werden. Der GERD sei ein Projekt der wirtschaftlichen Entwicklung und Energieunabhängigkeit, nicht der Konfrontation, so Al-Arousi.

Ägypten hatte wiederholt Bedenken geäußert, dass die Füllung und der Betrieb des Staudamms seine Wasserzufuhr aus dem Nil beeinträchtigen könnten. Internationale Vermittlungsversuche – unter anderem durch die Afrikanische Union und die USA – brachten bislang keine dauerhafte Einigung. Äthiopien hingegen argumentiert, dass es seine historisch benachteiligte Position korrigieren müsse, da der Nil zu über 85 Prozent aus äthiopischen Quellgebieten gespeist werde.

Quellen: AllAfrica – South Africa, AllAfrica – North Africa, AllAfrica – Ethiopia