UNICEF fordert beschleunigte Maßnahmen gegen Ebola-Ausbruch in der DR Kongo

UNICEF-Regionaldirektor Gilles Fagninou hat nach einem Besuch in der ostkongolesischen Provinz Ituri zu einer deutlich schnelleren und koordinierteren Reaktion auf den Ebola-Ausbruch aufgerufen. In einer von Dakar aus veröffentlichten Erklärung betonte Fagninou, dass die Eindämmung der Krankheit nur gelingen könne, wenn internationale Organisationen, lokale Behörden und Gemeinschaften enger zusammenarbeiteten. Die derzeitigen Maßnahmen seien trotz einiger Fortschritte noch immer zu langsam und unzureichend, um die rasche Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Ituri ist eine der am schwersten betroffenen Regionen des aktuellen Ebola-Ausbruchs, der sich seit Mitte Mai über mehrere Provinzen der DR Kongo ausbreitet. Die Kombination aus schwacher Infrastruktur, politischer Instabilität und Misstrauen gegenüber Gesundheitskräften erschwert die Bekämpfung der Krankheit erheblich. Fagninou hob hervor, dass Aufklärungskampagnen besonders wichtig seien, um Familien über Schutzmaßnahmen zu informieren und Stigmatisierung von Erkrankten zu verhindern.

UNICEF setzt sich unter anderem für den Aufbau von Hygieneeinrichtungen, die Schulung lokaler Gesundheitsarbeiter und die Versorgung betroffener Kinder ein. Besonders gefährdet seien Waisenkinder, deren Eltern an Ebola gestorben sind. Die Organisation arbeitet daran, psychosoziale Unterstützung und sichere Unterbringungsmöglichkeiten bereitzustellen.

Fagninou forderte die internationale Gemeinschaft auf, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um die Reaktion vor Ort zu verstärken. „Jede Verzögerung kostet Menschenleben“, warnte er. Der Erfolg der Eindämmung hänge nicht nur von medizinischen, sondern auch von sozialen und logistischen Faktoren ab – darunter der Zugang zu abgelegenen Dörfern und die Sicherheit von Helferkräften in konfliktgeprägten Gebieten.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Central Africa