Antisemitismusbeauftragte fordert Absage von DJ-Auftritt beim Habitat-Festival in Hamburg

Die Hamburger Antisemitismusbeauftragte hat scharfe Kritik am geplanten Auftritt einer palästinensischen DJ beim Habitat-Festival geübt und deren Absage gefordert. Anlass ist eine Äußerung der Künstlerin, in der sie das Massaker des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober als „palästinensischen Widerstand“ bezeichnete. Diese Formulierung sei „nicht hinnehmbar“ und verharmlose Terrorakte, erklärte die Beauftragte in einer Stellungnahme.

Das Habitat-Festival, das sich als Plattform für kulturelle Vielfalt und politische Debatten versteht, plant den Auftritt im Rahmen eines Programms, das auch kritische Stimmen zur Nahost-Politik einbezieht. Die Organisator:innen verteidigen die Einladung als Teil einer „künstlerischen Performance“, die kontroverse gesellschaftliche Diskurse anstoßen solle. Man distanziere sich ausdrücklich von Gewalt, betone aber die Bedeutung der Meinungsfreiheit in der Kunst.

Die Debatte wirft erneut die Frage auf, wo die Grenze zwischen künstlerischem Ausdruck und antisemitischer Relativierung liegt. Jüdische Organisationen in Hamburg haben sich besorgt geäußert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland nannte die geplante Auftrittsbeteiligung „problematisch“ und mahnte zur Sensibilität im Umgang mit antisemitischen Tendenzen. Die Stadtverwaltung prüft nach eigenen Angaben, ob öffentliche Fördermittel für das Festival unter den gegebenen Umständen weiterfließen können.

Quellen: Welt Online