Bayerns Kulturpolitik im Fokus: Restitution von NS-Raubkunst mit historischem Bronzewerk „Fernande“

Das Freistaat Bayern macht einen bedeutenden Schritt im Umgang mit der NS-Raubkunst-Vergangenheit: Die berühmte Bronzeplastik „Fernande“ von Pablo Picasso wird offiziell an die Erben der jüdischen Kunstsammlerfamilie Straus zurückgegeben. Das Kunstwerk war einst Teil der Sammlung von Paul von Mendelssohn-Bartholdy und wurde in der NS-Zeit zwangsveräußert. Nach jahrelangen Recherchen und Verhandlungen erfolgt die Rückgabe nun im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Alten Rathaus in München.

Neben der Restitution kündigte die bayerische Kulturministerin einen weiteren Meilenstein an: die Gründung eines zentralen Zentrums für Provenienzforschung in München. Dieses wird künftig alle staatlichen Kunstinstitutionen bei der Aufklärung fragwürdiger Herkünfte unterstützen und als bundesweites Modell dienen. Expert:innen begrüßen die Initiative als lang überfällig, sehen darin aber auch ein Zeichen des politischen Willens, historische Verantwortung aktiv zu übernehmen.

„Bayern war lange als zögerlich in der Raubkunstfrage bekannt. Jetzt wird es zum Vorreiter“, lobte die Vorsitzende des Koordinierungsrats der Restitutionsbeauftragten. Die Rückgabe des Picasso-Werks, benannt nach der Malerin Fernande Olivier, sei nicht nur ein symbolischer, sondern auch ein rechtlicher Akt der Gerechtigkeit. Das neue Zentrum soll zudem digitale Datenbanken, wissenschaftliche Kooperationen und transparente Verfahren etablieren, um künftig schneller und gerechter zu entscheiden.

Quellen: Der Tagesspiegel