Hoteleinsturz in Kröv: Anklage gegen Statiker nach zwei Todesfällen

Ein erschütterndes Unglück in der rheinland-pfälzischen Moselregion beschäftigt nun auch die Justiz: Nach dem teilweisen Einsturz eines Hotels in Kröv im vergangenen Jahr hat die Staatsanwaltschaft Trier Anklage gegen einen Statiker erhoben. Dem Mann wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Bei dem Unglück war ein komplettes Stockwerk des Gebäudes kollabiert, mehrere Menschen waren stundenlang unter Trümmern verschüttet. Zwei von ihnen starben.

Die Ermittlungen deuten auf Materialversagen hin, das laut Anklage hätte erkannt und verhindert werden können. Der beschuldigte Ingenieur, der für die statische Sicherheit des Gebäudes zuständig war, bestreitet jedoch jegliches Verschulden. Er betont, dass der Einsturz für ihn nicht vorhersehbar gewesen sei. Die Bauteile hätten keinerlei auffällige Schäden aufgewiesen, und alle Prüfungen seien ordnungsgemäß durchgeführt worden.

Das Unglück hatte bundesweite Aufmerksamkeit erregt, nicht zuletzt wegen der dramatischen Rettungseinsätze. In Kröv, einem kleinen Ort mit rund 1.100 Einwohnern, standen Feuerwehr, THW und Sanitäter stundenlang im Dauereinsatz. Die Hinterbliebenen und Angehörigen der Verletzten fordern nun Aufklärung – der anstehende Prozess könnte entscheidende Fragen zur Verantwortung bei Baukontrollen und statischen Gutachten klären.

Quellen: ntv – Nachrichten, Welt Online