Journalisten im Osten Kongos von bewaffneten Gruppen mit Tod bedroht

Im ostkongolesischen Kivu haben regierungsnahe Wazalendo-Milizen erneut Journalisten mit Gewalt bedroht, um kritische Berichterstattung über den andauernden bewaffneten Konflikt einzudämmen. Der Committee to Protect Journalists (CPJ) berichtet, dass mindestens ein Reporter gezielt mit Ermordung oder Gefangennahme bedroht wurde, während ein anderer mit der Zerstörung seines Radiosenders rechnen muss – beides als Reaktion auf Berichte, die die Aktionen der Milizen negativ darstellten.

Die Drohungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Frontlinien im Osten des Landes trotz internationalen diplomatischen Drucks weiter verschieben. Die Wazalendo, eine von der Regierung unterstützte Miliz, spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Rebellenallianz M23, deren militärische Offensive in der Region zu massiven humanitären Krisen geführt hat. Doch die zunehmende Gewalt gegen Medienvertreter wirft Fragen zur Pressefreiheit und zur Kontrolle über die öffentliche Narrative auf.

Unabhängige Medien im Osten Kongos berichten oft aus erster Hand über Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen und den Alltag der Bevölkerung unter Kriegsbedingungen. Die Drohungen gegen Journalisten könnten dazu führen, dass sich Radio- und Zeitungsredaktionen selbst zensieren – mit gravierenden Auswirkungen auf die Informationslage in einer ohnehin schwer zugänglichen Krisenregion.

Der CPJ fordert die kongolesische Regierung auf, den Schutz der Journalisten zu garantieren und die Wazalendo-Milizen zur Rechenschaft zu ziehen. Internationale Beobachter warnen, dass eine Einschüchterung der Presse den Friedensprozess untergraben könnte, der ohnehin auf wackeligen Beinen steht.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Central Africa