Guinea-Bissau kündigt diplomatische Beziehungen zu Kap Verde an

Die Regierung von Guinea-Bissau hat am 17. Juli 2026 die diplomatischen Beziehungen zu Kap Verde vorübergehend eingefroren. Dies teilte das Außenministerium in Bissau in einer offiziellen Erklärung mit, die auf eine angebliche Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes reagiert. Auslöser war ein Aufruf der kapverdischen Regierung in Praia, Guinea-Bissau solle den oppositionellen Führer und ehemaligen Premierminister Domingos Simões Pereira umgehend freilassen.

Pereira, Vorsitzender der Partei PAIGC und einer der einflussreichsten Politiker des Landes, wurde in den vergangenen Tagen verhaftet – offiziellen Angaben zufolge im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen zu angeblichen Sicherheitsverstößen. Die genauen Vorwürfe wurden bisher nicht öffentlich gemacht. Kap Verde, das enge historische und kulturelle Bindungen zu Guinea-Bissau unterhält, reagierte prompt mit diplomatischer Kritik und forderte die Freilassung Pereiras, was in Bissau als unzulässige Einmischung gewertet wurde.

Die Entscheidung, die Beziehungen einzufrieren, spiegelt die zunehmende politische Anspannung in der Region wider. Beide Länder teilen eine gemeinsame Geschichte im antikolonialen Kampf, geleitet von Amílcar Cabral, und gelten als enge Verbündete innerhalb der portugiesischsprachigen afrikanischen Staaten. Die aktuelle Eskalation könnte die Zusammenarbeit in regionalen Organisationen wie der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder (CPLP) belasten.

Internationale Beobachter warnen vor einer weiteren Destabilisierung der politischen Lage in Guinea-Bissau, das in der Vergangenheit häufig von Putschen und Regierungswechseln betroffen war. Die Suspendierung der diplomatischen Beziehungen zu einem Nachbarn ist ein seltenes und ernstzunehmendes Zeichen politischer Isolationstendenzen.

Quellen: Africanews EN