München baut Millionen-Radweg an der Lindwurmstraße wieder ab

Ein umstrittener Radweg in München wird nach nur wenigen Monaten bereits wieder verschwinden. Die Stadt hatte vor Kurzem einen separaten Fahrradstreifen entlang der stark befahrenen Lindwurmstraße eingerichtet, um die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen und den Umweltverkehr zu fördern. Doch nun räumt die Verwaltung ein: Der Umbau verursacht massive Verkehrsprobleme. Insbesondere Buslinien leiden unter dem verengten Fahrstreifen, was zu erheblichen Verspätungen im ÖPNV führt.

Die Entscheidung, den Radweg wieder zu entfernen, stößt bei der Radfahrer-Lobby auf scharfe Kritik. Vertreterinnen und Vertreter warnen, dass Sicherheitsaspekte für Radfahrende erneut vernachlässigt würden. „Wir investieren Millionen in Radinfrastruktur, um sie dann nach wenigen Monaten aufgrund fehlender Verkehrsprognosen wieder zu reißen – das ist ein Rückschritt für die Mobilitätswende“, so eine Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) München. Die Stadt betont hingegen, dass der Schienenersatzverkehr im Zuge von U-Bahn-Baumaßnahmen zusätzlichen Druck auf die Straße ausübe und eine kurzfristige Anpassung unumgänglich sei.

Verkehrsplaner kündigen nun an, das Konzept neu zu überdenken – mit besseren Verkehrsmodellen und stärkerer Einbindung der ÖPNV-Betreiber. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, soll der Radverkehr an der Lindwurmstraße zeitweise auf bestehende Nebenrouten umgeleitet werden. Die Entscheidung zeigt die schwierige Balance zwischen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern in der wachsenden Metropole.

Quellen: Süddeutsche Zeitung