Spionagevorwurf in München: Moldauer mit Drohne über Rüstungsanlage aufgegriffen

Die Generalstaatsanwaltschaft München hat einen 34-jährigen Mann aus Moldau im Verdacht der Spionage festgenommen. Wie Ermittler am Donnerstag mitteilten, soll der Verdächtige eine Drohne über eine nicht namentlich genannte Rüstungsanlage in der bayerischen Landeshauptstadt geflogen haben. Dabei habe er vermutlich Aufnahmen und Daten gesammelt, um sie an Dritte weiterzuleiten. Die Behörden sprechen von einem „konkreten Verdacht einer nachrichtendienstlichen Tätigkeit“.

Die Festnahme erfolgte nach wochenlangen Observierungen durch den Militärischen Abschirmdienst (MAD) und die Münchner Polizei. Die Drohne, ein handelsübliches Modell mit hochauflösender Kamera, wurde bei einer Durchsuchung sichergestellt. Laut Generalstaatsanwaltschaft befanden sich auf dem Speichergerät Aufnahmen sensibler Bereiche der Anlage, darunter Wartungszonen und Zufahrtswege. Ob der Mann im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes handelte, ist noch unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Die Rüstungsanlage in München gehört zu einem bundesweit agierenden Verteidigungsunternehmen und ist für die Entwicklung und Wartung militärischer Technik zuständig. Solche Einrichtungen gelten als besonders schutzbedürftig. Sicherheitsexperten warnen seit Längerem vor der zunehmenden Nutzung von Drohnen zur Aufklärung strategisch relevanter Infrastrukturen. Der Vorfall unterstreicht die Herausforderungen im Bereich der industriellen und militärischen Sicherheit in urbanen Zentren wie München.

Quellen: ZDF Heute – Nachrichten