Ab dem kommenden Schuljahr wird das Rennsteiglied fester Bestandteil des Lehrplans an Thüringer Grund- und Oberschulen. Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat verfügt, dass das bekannte Heimatlied ab der 5. und 6. Klasse verpflichtend unterrichtet und gesungen werden muss. Die Initiative soll das Bewusstsein für regionale Kultur und Heimatverbundenheit bei Kindern stärken.
Das Rennsteiglied, das die Wanderung über den berühmten Thüringer Höhenweg besingt, gilt als eines der bekanntesten regionalen Volkslieder Deutschlands. Es wurde ursprünglich 1903 von der Thüringerwald-Vereinigung eingeführt und hat seitdem Kultstatus erlangt. Nun soll es laut Landesregierung auch pädagogisch genutzt werden, um kulturelle Identität bereits im jungen Alter zu vermitteln.
Doch die Entscheidung stößt nicht überall auf Zustimmung. Kritiker bemängeln, dass eine solche verbindliche Vorgabe aus politischer Hand in den Schulunterricht eingreift und Platz für andere musikalische oder kulturelle Inhalte verdrängen könnte. Einige Lehrkräfte äußern Bedenken hinsichtlich des pädagogischen Mehrwerts und fragen, ob Singen des Rennsteiglieds tatsächlich zur Bildung beiträgt.
Trotz der Kontroverse betont die Landesregierung, dass die Maßnahme Teil einer umfassenderen Heimatoffensive sei, die auch regionale Geschichte, Traditionen und Naturräume stärker in den Fokus rücke. Die Umsetzung soll durch zusätzliche Lehrmaterialien und Fortbildungen für Musiklehrer unterstützt werden.
Quellen: MDR – Deutschland