Die Papageiensiedlung in Berlin-Zehlendorf steht vor einem möglichen Anerkennungsschub auf höchster Ebene: Die bunten Fassaden und Flachdächer des 1932 fertiggestellten Wohnkomplexes könnten bald zum UNESCO-Welterbe gehören. Die Siedlung, offiziell bekannt als Großsiedlung Zehlendorf-West, wurde vom Architekten Otto Rudolf Salvisberg entworfen und zählt zu den bedeutendsten Beispielen der Neuen Berliner Schule und des Bauhauses.
Ein besonderes Merkmal der Siedlung ist der sogenannte „Dächerkrieg“ – ein architektonischer Streit zwischen den Bewohnern und Behörden in den 1950er Jahren, bei dem die Mieter gegen die Umwandlung der Flachdächer in Satteldächer protestierten. Heute gilt die Siedlung als Symbol für bürgerlichen Widerstand und architektonische Identität. Die einzigartige Farbgebung der Fassaden – von Zitronengelb bis Kirschrot – trug später zum Spitznamen „Papageiensiedlung“ bei.
Bewohnerinnen und Bewohner zeigen sich gespalten: Während viele die kulturelle Wertschätzung begrüßen, fürchten andere steigende Mieten und Einschränkungen bei Renovierungen durch den Denkmalschutz. Die endgültige Entscheidung der UNESCO soll im kommenden Jahr fallen. Sollte die Nominierung erfolgreich sein, würde die Papageiensiedlung in eine Reihe mit anderen weltberühmten Bauhaus-Anlagen wie Dessau oder Weimar rücken.
Quellen: ntv – Nachrichten