In Sachsen-Anhalt wächst die Sorge vor einer drohenden Altersarmut unter langjährig Erwerbstätigen. Laut einer aktuellen Analyse droht selbst Menschen mit 45 Jahren vollzeitlicher Berufserfahrung eine Rente unterhalb des Existenzminimums. Die Daten zeigen, dass in dem ostdeutschen Bundesland ein erheblicher Teil der Bevölkerung trotz lebenslanger Arbeit nicht genügend Ansprüche für eine existenzsichernde Rente aufbauen kann.
Grund dafür sind strukturelle Faktoren wie niedrigere Löhne im Vergleich zum westdeutschen Durchschnitt, häufigere Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie und ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigungen – insbesondere bei Frauen. Experten warnen, dass die gesetzliche Rentenversicherung allein nicht ausreicht, um im Alter finanziell abgesichert zu sein. Gleichzeitig fehlen vielen Beschäftigten die Mittel für eine private oder betriebliche Altersvorsorge.
Die Diskussion über die Rentensicherung gewinnt vor der Landtagswahl im September an Brisanz. Soziale Verbände und Gewerkschaften fordern zielgerichtete Maßnahmen, etwa eine stärkere Förderung der betrieblichen Altersvorsorge sowie eine Anpassung der Mindestlöhne, um die Renteneinstiege nachhaltig zu verbessern. Die Landesregierung steht unter Druck, konkrete Gegenmaßnahmen vorzulegen, um eine wachsende Armutsriskogruppe im Alter zu verhindern.
Quellen: MDR – Nachrichten