Tausenden droht Altersarmut trotz voller Erwerbsbiografie in Sachsen-Anhalt

Trotz jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit droht vielen Menschen in Sachsen-Anhalt eine Rente auf Armutsniveau. Laut aktuellen Analysen reichen 45 Jahre Arbeit oftmals nicht aus, um im Alter ein menschenwürdiges Einkommen zu sichern. Experten warnen vor einer wachsenden Zahl von Betroffenen, die trotz langer Berufserfahrung in die Altersarmut abgleiten könnten – insbesondere Geringverdiener, Teilzeitbeschäftigte und Menschen aus strukturschwachen Regionen.

Die Gründe liegen in der Kombination aus niedrigen Löhnen, häufigen Unterbrechungen in der Erwerbstätigkeit und einem im Vergleich zu westdeutschen Bundesländern niedrigeren Durchschnittseinkommen. Besonders prekär ist die Lage für Frauen, die oft in Teilzeit arbeiten oder berufliche Unterbrechungen aufgrund von Pflege- oder Familienaufgaben hinnehmen mussten. Auch Selbstständige und Solo-Selbstständige, die keine betriebliche Altersvorsorge abschließen, sind gefährdet.

Die Diskussion um die Rentensicherung gewinnt in Sachsen-Anhalt an Brisanz, zumal die demografische Entwicklung den Druck auf das System weiter erhöht. Die Zahl der Erwerbstätigen pro Rentner sinkt, was die finanzielle Belastung für die Jüngeren vergrößert. Politiker beider großer Lager stehen vor der Herausforderung, Lösungen zu finden, die sowohl finanziell tragfähig als auch sozial gerecht sind. Erste Stimmen fordern eine stärkere staatliche Absicherung oder Zuschüsse für Beitragszeiten, um die Lücke zwischen Arbeit und ausreichender Rente zu schließen.

Quellen: MDR – Nachrichten