Neue Pegasus-Vorwürfe belasten marokkanisch-französische Annäherung

Die bemühte Annäherung zwischen Frankreich und Marokko steht erneut auf dem Prüfstand. Nur wenige Wochen nachdem beide Länder signalisiert hatten, ihre diplomatischen Beziehungen nach jahrelangen Spannungen wieder zu normalisieren, wirft eine neue Untersuchung ernste Fragen auf. Laut Berichten des französischen Rundfunksenders RFI soll der marokkanische Geheimdienst hochrangige französische Beamte mit der israelischen Spionagesoftware Pegasus überwacht haben.

Die Vorwürfe, die von unabhängigen Investigativjournalisten und Menschenrechtsorganisationen aufgegriffen werden, betreffen konkrete Zielgruppen innerhalb der französischen Regierung und diplomatischen Vertretungen. Dabei soll es sich nicht um zufällige oder indirekte Überwachung gehandelt haben, sondern um gezielte Angriffe auf Mobiltelefone von Entscheidungsträgern. Pegasus, entwickelt vom israelischen Unternehmen NSO Group, ermöglicht den vollen Zugriff auf Gerätedaten, einschließlich Nachrichten, Anrufe und Standortverfolgung.

Die französische Regierung hat die Vorwürfe bisher nicht offiziell kommentiert, doch diplomatische Kreise in Paris berichten von wachsender Verärgerung. Die Affäre droht das fragile Vertrauen zu erschüttern, das nach Konflikten über Themen wie die Western Sahara, Einwanderungspolitik und kulturelle Einflussnahme langsam wieder aufgebaut wurde.

Marokko hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und spricht von haltlosen Spekulationen, die auf politischer Agenda beruhen. Offizielle Stellen betonen, dass das Land stets im Einklang mit internationalem Recht und bilateralen Absprachen handle. Dennoch wächst der Druck auf beide Seiten, die Vorwürfe unabhängig aufzuklären, um die Stabilität der strategischen Partnerschaft zu wahren.

Quellen: AllAfrica – North Africa, AllAfrica – Business